englische Sprachversion deutsche Sprachversion

HELS - Humboldt European Law School

Die Humboldt-Universität zu Berlin, die University of London (King's College), La Sapienza Universität von Rom (Rom 1) und die Université Paris 2 (Panthéon-Assas) haben das European Law School Network gegründet, um gemeinsam eine integrierte europäische Juristenausbildung anzubieten - den Europäischen Juristen (European Lawyer/Juriste Européen). Jurastudenten aus den vier großen Mitgliedstaaten Deutschland, Vereinigtes Königreich, Italien und Frankreich sowie aus anderen Teilen Europas wird eine Ausbildung angeboten, die sowohl bezüglich der curricularen Inhalte als auch hinsichtlich der Methode der Vermittlung erstmals auf die fundamental neuen Gegebenheiten und Anforderungen im zusammenwachsenden Europa zugeschnitten ist. Zur Verwirklichung dieses Ziels wurde im Sommer 2007 an der Humboldt Universität die Humboldt European Law School eingerichtet.

Ausbildung eines Europäischen Juristenstandes

Das Studienangebot Europäischer Jurist integriert kritischen und ständig aus europäischer Perspektive reflektierten Wissensansatz mit dem Erwerb von Schlüsselqualifikationen und komplexen Fähigkeiten. Ziel ist der europafähige moderne Jurist mit sehr guten Kenntnissen im europäischen Recht und Vertrautheit mit den drei familienbildenden europäischen Rechtsordnungen sowie den ihnen zugrunde liegenden juristischen Fachsprachen. In den ihm fremden Rechtsordnungen besitzt er die Fähigkeit zum intelligenten Navigieren und zur schnellen, strukturierten Einarbeitung. Ähnliches gilt für das Gespräch mit angrenzenden Disziplinen, etwa Ökonomen. Der Absolvent zeichnet sich aus durch internationale Teamfähigkeit, durch systematisches und strategisches Denken, durch Verhandlungs-, Vermittlungs- und Gestaltungsfähigkeiten sowie durch Entscheidungskompetenz auch unter komplexen Bedingungen.

Durch den Erwerb dieser modernen Schlüsselfähigkeiten qualifiziert sich die Absolventin für zahlreiche berufliche Betätigungsfelder, insbesondere für die Tätigkeit in international agierenden Anwaltskanzleien und Unternehmen, europäischen bzw. internationalen Organisationen und Institutionen, sowie im Bereich der Verwaltung, hohen Rechtsprechung und Regierung. Die ELS fördert durch den zentralen Stellenwert eigenverantwortlichen Vorgehens und den Erwerb praxisbezogener sowie interdisziplinärer Fähigkeiten die Bereitschaft und Qualifikation der Absolventen zu ausgeprägter beruflicher Selbständigkeit, Kommunikations- und weiterer Lernfähigkeit. Zudem wird ein stabiles europäisches Netzwerk zwischen den Absolventen geschaffen, so dass lebenslanger Austausch gewährleistet ist.

Die Ausbildung der Studierenden erfolgt in Deutschland, Frankreich und England an den genannten Institutionen und führt im Regelfall innerhalb eines Zeitraumes von zehn Semestern zu drei anerkannten berufsqualifizierenden Abschlüssen. In der Pilotphase des Programms werden zunächst von jeder Universität 10 handverlesene Studentinnen und Studenten pro Jahr zum Europäischen Juristen zugelassen. Bei erfolgreicher Implementierung soll das Programm stufenweise auf bis zu 50 Studierende aus jedem Land ausgebaut werden.


Kernpunkte der European Law School:
  • Drei berufsqualifizierende Abschlüsse in fünf Jahren Studium: volles deutsches Staatsexamen, französischer Master oder Italienisches Laurea Magistrale, britischer LL.M.
  • Zugang zum Rechtsanwaltsberuf nach Absolvierung nur einer Praxisphase, etwa dem Referendariat, in allen drei Ländern ohne weitere Eignungsprüfung
  • Schwerpunktausbildung: europäische und auslandsrechtliche Inhalte im Privatrecht, Wirtschaftsrecht, Öffentlichem Recht oder Strafrecht
  • Verknüpfung zu angrenzenden Disziplinen und Vermittlung von Schlüsselqualifikationen, v.a. englische und frzanzösische/ italienische Rechtssprache
  • Bildung eines europäischen Exzellenznetzwerkes

english deutsch